Berichte aus der Praxis

 

An dieser Stelle können nur einige wenige Begebenheiten aus meiner Praxis veröffentlicht werden. Dies geschieht natürlich auch mit ausdrücklicher Genehmigung der Tierhalter. Dazu bedanke ich mich für das Entgegenkommen und für das mir entgegen gebrachte Vertrauen, selbstverständlich auch bei allen hier nicht erwähnten Patienten und Patientenhaltern.

 

Ihre Monika Altmann

 

 

Hier nun einige Geschichten aus der Praxis:

 

 

Bruce (genannt: Knutschkugel)

 

 

Bis zu diesem Anruf zeichnete sich meine erst kurz währende Tätigkeit als Tierphysiotherapeutin durch relativ simple Fälle aus - das sollte sich nun ändernd.

 

Eine leicht resignierte Fr. Schweitzer rief mich an. Ihre bisherige Therapeutin praktizierte nicht mehr und die Tierarztbesuche brachten auch noch nicht die gewünschten Fortschritte.

Es sollte auch kein Hausbesuch werden, da der Patient, ein Bordeauxdoggenmix, mit Fremden in seinem Revier nicht unbedingt zur Ruhe kommt.

Kurzerhand entschloss ich mich die Befundaufnahme bei mir zuhause zu machen.

 

 

Frau Schweitzer kam mit Bruce und setzte große Hoffnung in den Besuch, aber ...

 

...schon bei der Ankunft bot sich ein katastrophales Gangbild des erst 1jährigen Rüden. Die Muskulatur des betroffenen Hinterbeins war bereits sehr stark atrophiert.

Bisher war eine wachstumsbedingte Lahmheit diagnostiziert worden und lediglich eine Röntgenaufnahme der Hüfte wurde gemacht.

Doch was sich bei der Befundaufnahme bot sprach für eine Knieproblematik.

 

Eine genaue Abklärung durch den Tierarzt war hier unabdingbar, erst dann könnte die Tierphysiotherapie einsetzen.

 

So musste ich eine sichtlich enttäuschte Hundebesitzerin wieder unverrichteter Dinge weg schicken.

 

Schließlich wurde beim Tierarzt tatsächlich ein Kreuzbrandriss und Meniskusschaden diagnostiziert und eine OP war dringend notwendig.

Aufgrund der viel zu langen Belastung des anderen Hinterbeins, kam, was kommen musste auch dort riss das Kreuzband. Nachdem nun alle OPs erfolgreich verlaufen waren hatten wir grünes Licht für die Physio.

 

Die tierärztliche Prognose lautete jedoch, dass eine Restlahmheit bestehen bleiben könnte, aber so schnell geben wir nicht auf.

 

Bruce hatte nun doch keine Probleme mit meinen Hausbesuchen, ganz im Gegenteil, die Freude war immer riesig.

 

Starke Verspannungen mussten gelöst, Muskeln wieder aufgebaut werden und Bruce musste lernen wieder seine Beine normal zu benutzen.

 

Mit großem Eifer erledigten Frauchen und Hund die Hausaufgaben und Herrchen war fürs Außentraining zuständig.

Dazu kamen natürlich die Behandlungen von mir und das pulsierende Magnetfeld kam zur Anwendung.

 

Schnell stellten sich erste Erfolge ein und bald hieß es 98 %ig wieder hergestelltes Gangbild mit tierärztlicher Prognose auf 100 %.

 

Fazit: Niemals ohne Tierarzt derart schwerwiegende Erkrankungen behandeln, dann kann man in den meisten Fällen mit einem Happyend rechnen.

 

 

 

 

Kyra aus Berlin-Hermsdorf

 

Bei Kyra handelt es sich um eine Labrador-Mix-Hünding - 12 J., kastriert.

 

 

Schon mit einem Jahr wurde bei ihr HD festgestellt.

Mit 6 Jahren erhielt sie Goldimplantate in den Hüften und mit 9 Jahren in den Ellenbogen.

 

Im September 2009 - Entfernung eines 2 kg Tumors incl. Milz.

 

Kyra hat die schwere OP gut überstanden und es wurden keine weiteren Tumore festgestellt. Sie wird sehr verantwortungsvoll regelmäßig zur Untersuchung vorgestellt.

 

Der Grund, warum Kyra zu mir in die Behandlung kam war folgender:

 

Seit ca. 8 Wochen hatte sie Probleme beim Treppensteigen. Kyra knickte beim Laufen häufig mit den Hinterbeinen ein.

Sie kann nicht lange stehen und schwankt dabei.

 

Diagnose: Cauda equina compressions Syndrom.

 

Beim 1. Besuch bei Kyra und ihrem Frauchen begrüßten mich zwei sehr traurige Wesen.

Frauchen, weil ihre sanfte Kyra so viel durch gemacht hatte und Kyra, die sich kaum auf den Beinen halten konnte.

Zu dem Ganzen kam noch, dass man den Beiden die Prognose gegeben hatte, dass man da wohl nicht mehr viel machen könnte.

 

Nach einer gründlichen Anamnese machte ich meine Therapievorschläge und Kyras Frauchen beschloss es mit meiner Behandlung zu versuchen.

 

Wie immer geschah alles in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt und Frauchen und Hund bekamen natürlich auch "Hausaufgaben".

 

 

So konnten wir schon nach 3 Behandlungen die ersten kleinen Erfolge verzeichnen - das Schwanken von Kyra reduzierte sich und die Empfindlichkeit im Lendenwirbelbereich war stark zurückgegangen.

Mittlerweile knickt Kyra nur noch selten mit den Hinterläufen ein und Treppensteigen, wenn es sich nicht umgehen lässt, wird mit Hilfe eines Schals, der unter Ihrem Bauch durchgeführt wird, auch leichter.

 

Nach 10 Behandlungen konnte unter tierärztlicher Aufsicht die Schmerzmittelgabe reduziert werden. Eine weitere Reduzierung ist schon angedacht.

 

Bei jedem Besuch erwartet mich nun eine fröhliche Kyra und Frauchen freut sich über die guten Fortschritte, die ihr Liebling gemacht hat.

Damit Kyra ihr Leben so lange wie möglich genießen kann, hat ihr Frauchen beschlossen sie dauerhaft von mir behandeln zu lassen.

 

Nachruf:

Nachdem ich Kyra eine Zeit lang begleiten durfte, kehrte leider der Krebs in ihr Leben zurück und sie musste von ihren Schmerzen erlöst werden.